Wie du deinen Körper bei einer Hitzewelle abkühlst
Dein Körper kühlt sich über verdunstenden Schweiß. Bewegte Luft, leichte Kleidung und feiner Wassernebel arbeiten damit, und kosten nichts.
Wenn ein Raum nicht kühler zu bekommen ist, kannst du immer noch dich selbst kühler bekommen. Das sind zwei getrennte Probleme, und das zweite lässt sich oft leichter lösen.
Arbeite mit der Verdunstung
Der wichtigste Kühlmechanismus deines Körpers ist verdunstender Schweiß auf der Haut. Jedes Gramm, das verdunstet, nimmt echte Wärme mit. Alles, was die Verdunstung beschleunigt, lässt dich kühler fühlen, auch wenn die Lufttemperatur sich überhaupt nicht bewegt hat.
Deshalb wirkt ein Ventilator auf einen Menschen, aber nicht auf einen leeren Raum, und deshalb sind schwüle 30 °C so viel schwerer auszuhalten als trockene 30 °C. In gesättigter Luft bleibt der Schweiß einfach auf der Haut liegen und tut nichts.
Die Checkliste zum Abkühlen
- Nutze den Ventilator im Oszillationsmodus, nicht direkt aufs Gesicht gerichtet. Ein Dauerstrahl auf eine Stelle trocknet Augen und Atemwege aus und macht nach ein paar Stunden steif
- Trag leichte, weite Kleidung aus natürlichen Fasern. Weit ist wichtiger als dünn, denn so kann die Luft an deiner Haut zirkulieren
- Sprüh dir Wasser auf die Haut, besonders auf Gesicht, Nacken, Handgelenke und Unterarme. Feiner Nebel plus bewegte Luft ist die billigste Kühlung, die du hast
- Kühl deine Pulspunkte: ein feuchtes Tuch in den Nacken oder kühles Wasser über die Innenseite der Handgelenke wirkt schnell
- Kühle Getränke helfen, aber sehr kalte können den Magen belasten, wenn du überhitzt bist
Eine kühle Dusche, keine kalte
Eine lauwarme oder kühle Dusche senkt deine Hauttemperatur und lässt dich feucht zurück, wodurch die Verdunstung noch eine Weile weiterläuft. Vor dem Schlafengehen wirkt das gut.
Eine eiskalte Dusche fühlt sich entschlossener an, bringt aber weniger: Die Kälte lässt deine Blutgefäße eng werden, das verringert den Wärmetransport von deinem Körperkern zur Haut, und am Ende kann es dir wärmer sein als vorher.
Mach langsamer
Muskelarbeit erzeugt Wärme. In den heißesten Stunden ist es sinnvoll, alles Anstrengende auf den frühen Morgen oder späten Abend zu verschieben. Kochen, Sport und Möbelrücken heizen dich und den Raum gleichermaßen auf. Eine Hitzewelle ist ein legitimer Grund, weniger zu tun.
Durch die Nacht kommen
- Das Schlafzimmer in den kühlen Stunden gründlich lüften und tagsüber konsequent verschatten
- Ein feuchtes Handtuch oder ein leichtes Laken statt der Decke hält die Verdunstung über Nacht am Laufen
- Ein Ventilator quer übers Bett, nicht auf den Kopf gerichtet, auf niedriger Stufe
- Füße und Handgelenke vor dem Hinlegen kühlen. Beide geben Wärme besonders effizient ab
Kenne die Warnzeichen
Sich unwohl zu fühlen ist bei einer Hitzewelle normal. Das hier ist es nicht:
- Verwirrtheit, Orientierungslosigkeit oder undeutliche Sprache
- Kopfschmerzen, die nicht weggehen
- Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel beim Aufstehen
- Haut, die nicht mehr schwitzt und heiß und trocken wird
- Ein rasender Puls, der sich in Ruhe nicht beruhigt
Das sind Zeichen von Hitzeerschöpfung oder Hitzschlag, und ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall. Was zählt, ist deine Sicherheit: Folge für weitere Empfehlungen immer deiner örtlichen Gesundheitsbehörde.